“Raum für Realität“ – so lautet das Motto des MMKA. Dessen physische und emotionale Umsetzung – die Schwerpunktsammlung – wird in Form einer groß angelegten Übersicht im Herzen des Museums präsentiert.
Das MMKA ist der Auffassung, es sei eine hochaktuelle Aufgabe der bildenden Kunst, “der Wirklichkeit Ausdruck zu verleihen“, gerade in unserer heutigen kulturell vielfältigen Gesellschaft, die von einer visuell orientierten Kultur dominiert wird. Demzufolge stellt es sich als Katalysator zwischen die Expressivität des Künstlers und die aktive Anteilnahme der Öffentlichkeit. Das Museum will sein Publikum inspirieren, zur Auseinandersetzung anregen und zu Fragen an die Wirklichkeit, wie wir sie wahrnehmen, verleiten. Kunst löst im Allgemeinen Erstaunen aus, der Realismus aber – dem MMKA zufolge – im Besonderen.
Eine Museumssammlung entsteht über einen langen Zeitraum und ist abhängig von Museumspolitik, Sammelleidenschaft, wirtschaftlichen Notwendigkeiten und Zufall. Das MMKA befindet sich in der glücklichen Lage, dass sich ein spannender roter Faden durch den Großteil der Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst zieht: der Realismus mit dem Neorealismus der Vorkriegszeit und der Neuen Figuration der Nachkriegszeit als zwei Schwerpunkten. Die Konsequenz der Sammelpolitik hat mittlerweile dazu geführt, dass das MMKA die Kollektion mit den bedeutendsten Neorealisten der Niederlande besitzt. Über zwei Etagen sind in großen, ganze Wände ausfüllenden Lagerregalen rund hundert Bilder in chronologischer Reihenfolge von 1900 bis heute zu sehen: von Breitner bis zum neuesten Werk der international erfolgreichen Künstlerin Melissa Gordon. Darüber hinaus werden fünfzehn Künstler und Designer herausgehoben, die für die Sammlungen bildender und angewandter Kunst von besonderer Bedeutung sind. Dazu zählen unter anderem die bekannten Neorealisten Charley Toorop, Carel Willink und Dick Ket sowie die Nachkriegskünstler Reinier Lucassen und Marlène Dumas.
Bei der modernen und zeitgenössischen angewandten Kunst sowie bei Schmuckgegenständen liegt der Realismus als Ausgangspunkt weniger nahe. Aus dieser Kollektion werden anlässlich der Ausstellung etwa hundert Objekte gezeigt. Den Grundstein für diese Sammlung legte 1935 der Nachlass Henri Eilbrachts. Darin befindet sich Zierkeramik aus dem frühen 20. Jahrhundert, die der Designer Theo Colenbrander für die Arnhemse NV Plateelbakkeri, einen Arnheimer Fayenceproduzenten, entworfen hatte. Die Sammlung enthält überdies Glas, Keramik aus der Zeit nach dem Krieg, Schmuck, Accessoires und zeitgenössisches Design, unter anderem von Andries Copier, Etie van Rees und Ineke Hans. Das MMKA lädt das Publikum ein, diese besondere Sammlung angewandter Kunst in ihrem Verhältnis zur bildenden Kunst zu entdecken – und umgekehrt.
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