Roger Raveel: 'Even terugschouwen'.nächste ausstellung vorherige ausstellung


Roger Raveel
von 09.10.2011 bis 08.01.2012

“In 500 Jahren werden sie feststellen wie bedeutend ich gewesen bin. Die Kunstgeschichte unterliegt Zyklen von ungefähr 500 Jahren. Der erste Höhepunkt waren die Van Eycks. Der zweite Höhepunkt war Roger Raveel.“ Der flämische Künstler Roger Raveel (Machelen-aan-de-Leie, geb. 1921) ist einer der zentralen Figuren in der modernen Kunst seit den 1950er Jahren und einer der größten (noch lebenden) Künstler Belgiens. Dieses Jahr erreicht Raveel das ehrwürdige Alter von 90 Jahren. Zum Anlass dieses Geburtstages präsentiert das Museum für Moderne Kunst Arnheim die große Übersichtsausstellung Roger Raveel: “Mal eben zurückschauen“, in der eine repräsentative Auswahl von 120 Gemälden und Zeichnungen aus seinem mehr als 70 Jahre umfassenden Werk dem Publikum gezeigt wird.


Um 1950 entwickelte Raveel seine Neue Vision, in den Niederlanden auch als Neue Figuration bezeichnet. Im Gegensatz zu dem, was unmittelbar nach dem Krieg in der modernen Kunst geläufig war, schuf Raveel von Anfang an Gemälde und Zeichnungen mit Darstellungen, die er seiner unmittelbaren Umgebung entlehnte. Sein Geburtsort Machelen-aan-de-Leie, wo der Künstler noch stets lebt und arbeitet, formt somit in seinem Werk eine bedeutende Quelle der Inspiration. Die “Dinge um ihn herum“ bekamen in seinem Werk nach und nach eine kosmische Bedeutung, wobei von Ursprung figurative Motive sich allmählich zu einer abstrakten Form entwickelten. Viele seiner Werkstücke sind tatsächlich Assemblagen, die zum Teil auch lebendiges Material beinhalten. In der Ausstellung ist zum Beispiel das Triptychon “Das schrecklich schöne Leben“ von 1965 zu sehen, auf dem ein Vogelkäfig mit lebenden Kanarienvögeln befestigt ist. Im Bezug auf seine alltägliche Bildkultur zeigt Raveel Übereinkünfte mit amerikanischen Künstlern wie Robert Rauschenberg, während er zugleich auch mit Bild- und Stilzitaten von Künstlern vergangener Zeiten arbeitet. So sind die Gebrüder Van Eyck, Giotto, Van Gogh, Mondriaan und Malevich wichtige Quellen der Inspiration gewesen im Zuge der Entstehung der Neuen Vision.


Obwohl Raveel Anhänger wie Raoul De Keyzer, Reinier Lucassen und Hannes Postma bekam, lässt sich sein Werk nicht in eine Schublade stecken: In Wirklichkeit ist er ein Einzelgänger. Vermutlich fand Raveel in den Niederlanden mehr Anerkennung als in seinem Vaterland. Sein Debüt gab er hier in 1965 mit einer Ausstellung in der Galerie Espace in Amsterdam, die bis zum Tode der Besitzerin Eva Bendien im Jahr 2000 seine wichtigste Verkaufsstelle bleiben sollte. Von hier aus sind allerlei Werke von Raveel in öffentliche und private niederländische Sammlungen gelangt. Auch das Museum für Moderne Kunst Arnheim besitzt eine Sammlung dieses belgischen Meisters, darunter das monumentale Schlüsselwerk “Der Umzug der Gemälde zu Machelen-aan-de-Leie von 1978“. Für diese Ausstellung wurden neben der niederländischen Sammlung auch öffentliche und private belgische Sammlungen einbezogen, wobei die des Raveel Museums in Machelen-aan-de-Leie sicher die bedeutendste ist.


Im Anschluss an die Ausstellung erscheint beim Verlag “d´jonge Hond“ (der junge Hund) in Zwolle ein reich illustriertes Buch mit Beiträgen von Carel Blotkamp, Ype Koopmans, Stefan Kuiper und Charlotte Mutsaers.


Für Kinder wird außerdem als erster Teil einer neuen musealen Reihe ein gesondertes Buch entwickelt. Schließlich erscheint die Dokumentation Die wundersame Welt von Roger Raveel, eine Zusammenarbeit der Oogland Filmproduktionen, des Vlaamse omroep VRT, des Roger Raveel Museums in Machelen-aan-de-Leie und des Museums für Moderne Kunst Arnheim.

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